Clos de Tsampéhro Completer IV

Clos de Tsampéhro, Flanthey
Beschreibung (Detailseite)

Der Completer von Clos de Tsampéhro ist eine der aussergewöhnlichsten Weisswein-Raritäten des Wallis – und hinter diesem Wein verbirgt sich eine besondere Geschichte. Die historische, vor allem aus Graubünden bekannte Rebsorte wurde 2012 im Clos de Tsampéhro in Flanthey gepflanzt, nachdem der renommierte Rebsortenforscher Dr. José Vouillamoz mittels DNA-Analyse nachweisen konnte, dass Completer historisch auch im Wallis beheimatet war. Damit kehrte eine beinahe vergessene Rebsorte gewissermassen zu ihren Walliser Wurzeln zurück.

Bereits die erste Ernte 2014 überraschte mit einer derart aussergewöhnlichen Qualität, dass sich das Team entschied, den Completer nicht in einer Cuvée aufgehen zu lassen, sondern ihn erstmals reinsortig und separat abzufüllen. Laut Vouillamoz waren die weniger als 300 Flaschen praktisch sofort vergriffen. Bis heute bleibt die Produktion winzig: Jährlich entsteht lediglich ein einziges Fass – rund 290 Flaschen.

Im Glas zeigt der Completer eindrucksvoll, weshalb man damals diesen Entscheid getroffen hat. Kraft und Fülle treffen auf die markante natürliche Säure der Sorte. Reife gelbe Früchte, kandierte Zitrusnoten und feine Kräuter verbinden sich mit Brioche, Röstaromen und mineralisch-salziger Spannung. Drei Jahre Ausbau auf der Hefe im Holz verleihen ihm Tiefe und Textur, ohne seine charakteristische Frische zu nehmen. Ein eigenwilliger, langlebiger Gastronomiewein, der mit zunehmender Flaschenreife weiter an Komplexität gewinnt.

Und unsere Flasche? Die ist für uns etwas ganz Besonderes: Sie stammt aus der allerersten separat abgefüllten Ernte dieses Completers. Von einem Wein, von dem ohnehin nur wenige hundert Flaschen entstehen, dürfen wir damit ein kleines Stück Walliser Weingeschichte in unserem Keller bewahren – und wir besitzen genau eine einzige Flasche davon.

Weisswein
Completer
Prozent
15
Option 1: Beschrieb
75cl
Option 1: Jahrgang
2014
Option 1: Preis
CHF 320

Passende Stimmung

sinnlich und tiefgründig

Charakteristik

Aromen (Nase)
Reife Zitrusfrucht und gelbe Früchte, dazu Brioche, Kräuter und feine Röstaromen.
Aromen (Mund)
Kraftvoll und dicht, mit prägnanter Säure, mineralischer Spannung und langem, salzig-würzigem Finale.
Komplex & elegant
Trocken
Eichenfass / Barrique
Reinsortig
Rarität
Kalb
Fisch & Meeresfrüchte
15 Jahre

Unsere Geschichte

Was uns mit dieser Weinkellerei verbindet...

Manchmal beginnt eine Weingeschichte eben nicht beim Winzer – sondern mit einer glücklichen Empfehlung.

Mit Clos de Tsampéhro verbindet uns bislang – ganz ehrlich – noch keine persönliche Geschichte. Entdeckt haben wir die Weine durch die Empfehlung eines Weinhändlers, der uns glücklicherweise nicht nur davon vorgeschwärmt, sondern auch einige der raren Flaschen überlassen hat. Keine Selbstverständlichkeit, denn die Weine von Clos de Tsampéhro sind ausgesprochen schwer zu bekommen.

Eigentlich beziehen wir unsere Weine fast ausschliesslich direkt von den Winzerinnen und Winzern. Nur bei drei Kellereien machen wir eine Ausnahme – Clos de Tsampéhro ist eine davon. Nicht aus Überzeugung für den Umweg, sondern weil manchmal schon der Besitz einer Flasche ein kleines Glück ist.

Eine persönliche Begegnung steht deshalb noch auf unserer Wunschliste. Aber im Moment bleibt selbst die Tür zum Weinkeller für Besucher geschlossen – schlicht, weil die Weine vergriffen sind.

Wir hoffen also, dass diese Geschichte noch nicht fertig geschrieben ist. Vielleicht beginnt das nächste Kapitel irgendwann in Flanthey – bei einem Glas Clos de Tsampéhro und einer persönlichen Begegnung.

Mehr zum Weinkeller

Clos de Tsampéhro

Clos de Tsampéhro in Flanthey ist aus der gemeinsamen Vision dreier Weinbegeisterter entstanden: Joël Briguet, Christian Gellerstad und Vincent Tenud. Ihr Anspruch ist kompromisslos: Auf knapp drei Hektaren aussergewöhnlicher Walliser Böden entstehen in kleinen Mengen Weine, die das Terroir möglichst unverfälscht zum Ausdruck bringen.

Winzer Joël Briguet, Gründer der Cave La Romaine, verantwortet die Arbeit im Rebberg; Vincent Tenud, ausgebildeter Önologe aus Changins, prägt die Vinifikation. Christian Gellerstad bringt als Mitinitiator und leidenschaftlicher Weinliebhaber die strategische Perspektive ein. Unterstützt werden sie im Weinberg von Anbauleiter Antonio Almeida, der die Terroirs von Flanthey seit vielen Jahren kennt.

Der Name Tsampéhro stammt aus dem Walliser Patois und bezeichnet den Ort, an dem sich die Rebberge befinden. Die terrassierten Parzellen liegen auf rund 600 Metern Höhe und profitieren von der intensiven Walliser Sonne sowie den kargen, kalkreichen Böden.
Im Mittelpunkt stehen nur wenige Cuvées. Niedrige Erträge, sorgfältige Handarbeit und eine kompromisslose Selektion bilden die Grundlage.

Besonders faszinierend ist das Terroir: Der Clos umfasst knapp drei Hektaren schiefer- und sandig-lehmgeprägte Böden. Zehn Rebsorten wachsen hier, wobei bewusst autochthone Walliser Sorten mit internationalen Rebsorten verbunden werden. Der Weinbau erfolgt biologisch und ohne Herbizide oder Pestizide; auch biodynamische Prinzipien fliessen in die Bewirtschaftung ein. Und noch eine schöne Besonderheit: Im Clos befindet sich nach Angaben des Weinguts die älteste noch produzierende Cornalin-Parzelle – mit nahezu 100-jährigen Reben.

Charakteristisch ist auch die bewusste Nummerierung der Editionen mit römischen Ziffern. So wird jeder Jahrgang Teil der Geschichte des Clos – Edition I entspricht dem Jahrgang 2011.

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Completer

«Ein Wein an dem das Interesse wächst, nicht nur bei Winzern...»

Completer ist eine alte Rebsorte aus Graubünden, die 1321 in Malans bei Chur erstmals erwähnt wurde. Der Name leitet sich vom abendlichen Gebet der Benediktinermönche ab, dem Completorium, nach welchem sie schweigend ein Glas Wein trinken durften. Die moderne Forschung konnte zeigen, dass die Rebsorte im Wallis unter den fehlerhaften Bezeichnungen «Kleine Lafnetscha» und «Grosse Lafnetscha» fortbesteht. Die Rebsorte Lafnetscha, eine weitere Rarität des Wallis, ging übrigens aus einer Kreuzung von Humagne Blanche und Completer hervor.

Die spät reifende Rebsorte bringt dank dem Einfluss des Föhnwinds aromatische, körperrreiche Weine hervor, deren hohe natürliche Säure für ein hervorragendes Alterungspotenzial sorgt. In den 60er-Jahren war sie fast verschwunden, heute wird die seltene Sorte Completer in der Schweiz hauptsächlich in Graubünden, aber auch in Zürich und seit Kurzem im Wallis angebaut. Alle heute angebauten Completer-Reben stammen von einem einzigen Rebstock aus Malans ab. Im Wallis konnten die Kleine und Grosse Lafnetscha nicht mehr vermehrt werden, denn die Pergola-Anlage fiel dem Strassenbau zum Opfer. Per Zufall wurde im Rebberg Vinesch im Mattertal ein uralter Completer-Stock gefunden. Valentina Andrei, Winzerin in Saillon, hat von diesem Rebstock Reise geschnitten, veredelt und gepflanzt. 

Completer-Weine weisen in der Regel komplexe Aromen nach Quitte, reifen Äpfeln, Pflaumen und Honig auf. Am Gaumen sind sie vollkommen trocken, mit einer üppigen Struktur, einer sehr hohen natürlichen Säure und einer Neigung zur leichten Oxidation.

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