Diolle

Cave des Bernunes – Familie Zufferey, Sierre
Beschreibung (Detailseite)

Fast wäre die Diolle für immer verschwunden. Heute zeigt die Cave des Bernunes, warum es sich gelohnt hat, diese uralte Walliser Sorte zu retten. Der Wein duftet fein nach Pfirsich, Aprikose und weissen Blüten, begleitet von dezent pflanzlichen Nuancen. Am Gaumen überrascht er mit lebendiger Frische, Spannung und einer feinen Tanninstruktur. Kein gefälliger Allerweltswein, sondern eine eigenständige, charaktervolle Rarität mit bemerkenswert langem Finale.

Weisswein
Diolle
Prozent
13.5
Option 1: Beschrieb
37.5cl
Option 1: Jahrgang
2024
Option 1: Preis
CHF 45

Passende Stimmung

entspannt und gelassen

Charakteristik

Aromen (Nase)
Eher subtil als laut: Pfirsich, Aprikose und weisse Blüten.
Aromen (Mund)
Lebendig und frisch, mit guter Spannung und einer für einen Weisswein ungewöhnlichen kleinen tanninartigen Komponente.
Zartfruchtig & frisch
Trocken
Edelstahltank
Rarität
Geflügel
Gemüse
5 Jahre

Zur Geschichte

Alles begann mit 200 Rebstöcken...

Als Nicolas Zufferey sich entschied, der fast verschwundenen Diolle eine neue Chance zu geben, pflanzte er gerade einmal 200 Rebstöcke. Was zunächst wie ein kleines Experiment begann, ist heute eine echte Walliser Rarität im Glas. Die alte Rebsorte zeigt bei der Cave des Bernunes ihre ganz eigene Persönlichkeit – subtil, frisch und überraschend charaktervoll. Manchmal braucht es eben nicht viel, um ein Stück Weingeschichte weiterzuschreiben.

Unsere Geschichte

Was uns mit dieser Weinkellerei verbindet...

Manchmal beginnt eine Geschichte, bevor man sich überhaupt persönlich kennt. Auf unserer Suche nach besonderen Walliser Weinen und unserem Wunsch, möglichst viele der einzigartigen Rebsorten unserer Region auf der Weinkarte zu vereinen, sind wir auf die Cave des Bernunes und ihre Diolle gestossen.

Noch waren wir nie bei der Familie Zufferey im Keller – aber das möchten wir ändern. Ein Besuch in Sierre und das persönliche Kennenlernen stehen bereits auf unserer Wunschliste. Bis dahin freuen wir uns, unseren Gästen mit ihrer Diolle schon heute ein kleines Stück ihrer Arbeit und zugleich eine beinahe vergessene Walliser Rebsorte näherzubringen.

Mehr zum Weinkeller

Cave des Bernunes – Familie Zufferey

Zwischen Tradition und dem Mut, Dinge anders zu machen.

Die Cave des Bernunes wurde 1987 von Nicolas und Nadine Zufferey gegründet – damals wurde noch im Keller des Familienhauses vinifiziert. Heute bewirtschaftet die Familie rund neun Hektar Reben rund um Sierre und kultiviert etwa 15 verschiedene Rebsorten. Mit Lucie, ausgebildete Önologin, und Luca, Winzer und Kellermeister, arbeitet inzwischen die nächste Generation im Betrieb mit.

Im Rebberg setzt die Familie auf niedrige Erträge, begrünte Parzellen und eine möglichst schonende Bodenbearbeitung – einzelne Weinberge werden sogar mit dem Pferd bearbeitet. Im Keller verbindet sie Tradition mit Experimentierfreude: Neue Methoden werden zunächst in kleinen Mengen ausprobiert, bevor sie ihren Weg in die Produktion finden.

Und dass Nicolas Zufferey keine Angst vor unkonventionellen Entscheidungen hat, zeigt ein überraschendes Detail: Er gehörte zu den ersten Walliser Winzern, die konsequent auf Drehverschluss setzten. Seit 2021 verschliesst die Cave des Bernunes sogar sämtliche Weine damit – Weiss- wie Rotweine, Tank- ebenso wie Barriqueweine. Für Nicolas keine Frage von Prestige, sondern von zuverlässiger Weinqualität und sauberer Reifung.

Gerade der Diolle passt deshalb wunderbar zu dieser Kellerei: Eine beinahe verschwundene Walliser Rebsorte trifft auf eine Familie, die Tradition nicht einfach konserviert, sondern bereit ist, sie weiterzuentwickeln.

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Mehr zur Rebsorte

Diolle

«Fast ausgestorben, wiederentdeckt und heute eine der seltensten Rebsorten des Wallis»

Diolle, das war eine Traubensorte aus dem Wallis, die 1654 erstmals unter dem Dialektnamen „Jiolaz“ in der Region Sion erwähnt wurde. Sie galt als sehr säurebetont, mit eher neutralem Charakter und fäulnisanfällig. Wohl deshalb verschwand diese Sorte – 1903 gilt als ihr Sterbedatum. Eigentlich. Bloss: 2005 meldete sich der inzwischen verstorbene Winzer Germain Héritier aus Granois beim „Weinsortenprofessor“ José Vouillamoz: Er hatte zwei unbekannte Rebstöcke in seinem Rebberg entdeckt und wollte wissen, um welche Sorte es sich handeln könnte. Das DNA-Profil passte zu keiner bekannten Rebsorte. Ein „Vaterschaftstest“ hat dann ergeben, dass es sich um ein Kind der „Rèze“ handelt. Weitere Forschungen von José Vouillamoz haben dann zweifelsfrei ergeben, dass diese beiden Reben die ausgestorben geglaubte Sorte „Diolle“ darstellen. 

Genetische Untersuchungen brachten noch eine Überraschung: Diolle ist eine natürliche Tochter der alten Walliser Rebsorte Rèze; der zweite Elternteil ist bis heute unbekannt. Damit trägt sie buchstäblich ein Stück noch nicht vollständig entschlüsselter Walliser Weingeschichte in sich.

So richtig spannend wird die Geschichte aber erst jetzt. José Vouillamoz war vom Potential der wiederentdeckten Sorte überzeugt und konnte mit Didier Joris eine Referenz im Walliser Weinbau für eine Zusammenarbeit gewinnen. 2013 wurde in Chamoson auf 3 Aren eine Anlage mit Diolle neu angelegt. Allein – die erste Auferstehung der Diolle misslang: Die Wahl der Unterlage erwies sich als schlecht, und alle Pflanzen verendeten. Im zweiten Anlauf, einer Neupflanzung 2015, wurde die Auferstehung aber Tatsache. 2017 konnten 8 Kg Trauben geerntet werden, welche 6 Flaschen Wein ergaben. Und 2018 folgte die erste richtige Ernte – 144 Flaschen der auferstandenen Rebsorte wurden produziert.

Und rar ist hier wirklich rar: 2023 waren im gesamten Wallis gerade einmal 0,4 Hektar Diolle registriert. Zum Vergleich: Das entspricht nicht einmal der Fläche eines einzigen Fussballfeldes.

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